SportartBEGRÜNDET 80ER JAHRE · BERLIN柔術武道会

Jiu-Jitsu
Budokai

Eine in Deutschland entwickelte Stilrichtung des japanischen Jiu-Jitsu. Selbstverteidigung, Persönlichkeitsentwicklung und Wettkampfsport — in einem System.

Jiu-Jitsu Budokai (jap. 柔術武道会, Jūjutsu Budōkai, „Vereinigung der Kampfkünste im Geiste des Budō") ist eine in Deutschland entwickelte Stilrichtung des japanischen Jiu-Jitsu.

Das System wurde von Lutz Heyden in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren entwickelt und versteht sich als moderne Weiterentwicklung der klassischen Jiu-Jitsu-Lehren, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Erich Rahn in Deutschland eingeführt wurden.

Jiu-Jitsu Budokai verbindet Selbstverteidigung, sportlichen Wettkampf und Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung im Sinne des Budō-Gedankens. Maßgebliche Einflüsse stammen von Jon Bluming (10. Dan, Kyokushin Budokai), Mas Oyama (Kyokushin Karate) und Kyuzo Mifune (Judo). Der Begriff Budokai bedeutet „Vereinigung der Kampfkünste" und beschreibt das Ziel, klassische Prinzipien des Jiu-Jitsu mit Elementen aus Judo, Kyokushin Budokai, Kickboxen, K1 und Mixed Martial Arts zu verbinden.

Einordnung gegenüber verwandten Systemen

Brazilian Jiu-Jitsu konzentriert sich auf Bodenkampf und Submission-Techniken. Jiu-Jitsu Budokai integriert darüber hinaus Schlag-, Tritt-, Wurf- und Selbstverteidigungstechniken und versteht sich als vollständiges Kampfkunst-System mit drei Säulen.

Jiu-Jitsu Budokai entstand aus dem Bestreben, traditionelle Werte und Techniken mit zeitgemäßen Trainingsmethoden, realitätsorientierter Selbstverteidigung und sportlicher Wettkampfpraxis zu verbinden.

Anfang 20. Jh.

Erich Rahn führt Jiu-Jitsu in Deutschland ein.

Mit Erich Rahn beginnt in Berlin die deutsche Jiu-Jitsu-Tradition. Seine Lehrlinie bildet das Fundament, auf dem späteren Stile aufbauen.

1980er

Lutz Heyden entwickelt das System.

Auf Grundlage seiner Erfahrungen im Jiu-Jitsu und Kyokushin Budokai entsteht ein anwendungsorientiertes, kämpferisch geprägtes System — geprägt durch Jon Bluming, Mas Oyama, Kyuzo Mifune.

1993

Gründung der ersten Randori Sportschule.

Die Trägerschaft formt sich in Berlin-Wilmersdorf, Steglitz und Spandau. Aus diesen Studios entsteht die Randori-Pro-Gruppe.

2013

Headcoach der deutschen MMA-Nationalmannschaft.

Lutz Heyden übernimmt innerhalb der GeMMAF die sportliche Leitung. Athleten aus dem Umfeld erzielen WM- und EM-Titel im Vollkontaktkarate und MMA.

2024

Expansion nach Cape Coral, Florida.

Unter Leitung von Petra Heyden wird die erste Randori-Pro-Sportschule außerhalb Deutschlands eröffnet — derzeit acht Standorte insgesamt.

Mitgestalter, Verband, Wettkampf

Zu den Mitgestaltern zählen Bert Heinrich, Hartmut Schulz, Petra Heyden, Tanya Pieper, Oliver Roszak, Harry Werz, Felix Schwenzfeier und Dominik Krüger. Organisatorisch wird das System unter anderem durch den Deutschen Jiu-Jitsu-Ring Erich Rahn (DJJR) vertreten. Lutz Heyden war über mehrere Jahre Nationaltrainer der International Federation of Karate (IFK) und ist seit 2013 Headcoach der deutschen MMA-Nationalmannschaft.

04 — Methode

Drei Säulen, ein System.

Jiu-Jitsu Budokai versteht sich als ganzheitlich aufgebautes System. Die Methode steht auf drei gleichwertigen Säulen — keine ist optional, keine dominiert.

01 — Säule

Selbstverteidigung

Pragmatisch, alltagstauglich. Distanzgefühl, Deeskalation, Wahrnehmungsschulung. Nicht das Eskalieren — das saubere Beenden.

02 — Säule

Persönlichkeits­entwicklung

Disziplin, Respekt, Selbstbeherrschung. Im Kindertraining strukturiert vermittelt, im Erwachsenentraining gelebt. Charakter als Übungsfeld.

03 — Säule

Wettkampfsport

Strukturierte Auseinandersetzung in geschütztem Rahmen. Sparring, Turniere, Meisterschaften — vom Nachwuchsformat bis zur Fight Night. Optional, jederzeit möglich.

Grundprinzipien

Vier Leitgedanken tragen die Methode.

  1. 01
    Effektivität

    Techniken müssen unter realistischen Bedingungen zuverlässig funktionieren.

  2. 02
    Kontrolle

    Kontrolle über Gegner, Gleichgewicht und Distanz — wesentliches Element jeder Anwendung.

  3. 03
    Selbstbeherrschung

    Disziplin, Respekt und verantwortungsbewusstes Handeln als Ausdruck innerer Stärke.

  4. 04
    Anpassungsfähigkeit

    Traditionelle Formen werden mit modernen Trainings- und Wettkampfelementen verbunden.

05 — Techniken

Was im Training unterrichtet wird.

Das Training verbindet klassische Lehrmethoden mit modernen Übungsformen — altersgerecht und nach Erfahrungsstand vermittelt, von der ersten Probestunde bis zur Dan-Prüfung.

Bereich 01

Standkampf

  • Schlagtechniken aus Kickboxen und K1
  • Tritttechniken aus Kyokushin Karate
  • Kombinationsschulung und Distanzarbeit
  • Clinch-Arbeit als Übergang zum Wurf
Bereich 02

Wurftechnik

  • Klassische Judo-Würfe
  • Hüft-, Schulter- und Beinwürfe
  • Opferwürfe und Sutemi-Waza
  • Fallschule als Pflichtfundament
Bereich 03

Bodenkampf

  • Positionskontrolle und Transitionen
  • Hebel- und Würgetechniken
  • Submission-Verteidigung und Escapes
  • Sparring nach Jiu-Jitsu- und MMA-Regelwerk
Bereich 04

Selbstverteidigung (Goshin-Jitsu)

  • Befreiungstechniken aus Griffen und Umklammerungen
  • Abwehr gegen Schläge, Tritte und Würfe
  • Verteidigung gegen bewaffnete Angriffe
  • Mehrpersonen-Situationen und Deeskalation
Bereich 05

Wettkampfformate

  • Sparring nach Judo- und Jiu-Jitsu-Regeln
  • Vollkontakt-Karate nach Kyokushin-Reglement
  • Kickbox- und K1-Wettkämpfe
  • Mixed Martial Arts (Amateur und Profi)
Bereich 06

Mentale Schulung

  • Partnerdrills mit kontrolliertem Tempo
  • Randori — freies Üben in Stand und Boden
  • Mehrpersonen-Randori als Belastungstest
  • Wettkampfvorbereitung und Cut-Phasen
Graduierungssystem

Vom weißen Gurt zum 10. Dan.

Das Graduierungssystem orientiert sich an klassischen Budō-Strukturen und unterscheidet zwischen Kinder- und Erwachsenenausbildung.

Erwachsenengrade
Kindergrade

Ab dem 5. Dan erfolgt die Verleihung durch ein Großmeisterkollegium des DJJR Erich Rahn. Bewertet werden Förderung eigener Schüler, sportliche Erfolge sowie Leistungen zur Weiterentwicklung des Systems. Zum 3. Dan gehört traditionell der 25-Mann-Kampf, der als Prüfung der physischen und mentalen Belastbarkeit gilt.

06 — Eignung

Für wen die Methode geeignet ist.

Jiu-Jitsu Budokai ist altersdifferenziert aufgebaut. Inhalte und Methodik unterscheiden sich nach Altersgruppe und Trainingsziel — die Grundprinzipien bleiben gleich.

Profil 01

Kinder ab vier Jahren

Im Mittelpunkt stehen motorische Entwicklung, Selbstvertrauen und der Aufbau sozialer Kompetenz. Inhalte werden spielerisch und klar strukturiert vermittelt. Themen: respektvoller Umgang, Konzentration, Disziplin.

Profil 02

Erwachsene als Ausgleich

Bewegung mit Substanz, mentaler Fokus, körperliche Belastbarkeit. Das Training bietet Stressabbau, Gemeinschaft und eine klare Struktur außerhalb des Berufsalltags. Kein verpflichtender Wettkampf.

Profil 03

Sicherheits­orientierte Menschen

Praxisnahe Selbstverteidigung gegen bewaffnete und unbewaffnete Angriffe. Wahrnehmungsschulung, Deeskalation und das ruhige Beenden kritischer Situationen.

Profil 04

Wettkämpfer und Athleten

Strukturierte Wettkampfvorbereitung mit Sparring, Technik, Taktik und Cut-Management. Coaches mit eigener Wettkampferfahrung. Anschluss an nationale und internationale Wettkampfformate.

07 — Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen.

Die zehn häufigsten Fragen zur Sportart — knapp und sachlich.

Jiu-Jitsu Budokai ist eine in Deutschland entwickelte Stilrichtung des japanischen Jiu-Jitsu. Das System verbindet Selbstverteidigung, Persönlichkeitsentwicklung und sportlichen Wettkampf. Es wurde von Lutz Heyden in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren entwickelt.

Budokai (jap. 武道会) bedeutet wörtlich „Vereinigung der Kampfkünste". Der Begriff beschreibt das Ziel, klassische Prinzipien des Jiu-Jitsu mit Elementen aus Judo, Kyokushin Budokai, Kickboxen, K1 und Mixed Martial Arts zu verbinden — im Geiste des Budō.

Brazilian Jiu-Jitsu konzentriert sich auf Bodenkampf und Submission-Techniken. Jiu-Jitsu Budokai integriert darüber hinaus Schlag-, Tritt-, Wurf- und Selbstverteidigungstechniken. Es versteht sich als vollständiges Kampfkunst-System mit drei Säulen: Selbstverteidigung, Persönlichkeitsentwicklung und Wettkampfsport.

Jiu-Jitsu Budokai wurde von Lutz Heyden in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren entwickelt. Maßgebliche Einflüsse stammen von Jon Bluming (10. Dan, Begründer des Kyokushin Budokai), Mas Oyama (Kyokushin Karate) und Kyuzo Mifune (Judo). Zu den Mitgestaltern zählen Bert Heinrich, Hartmut Schulz, Petra Heyden, Tanya Pieper, Oliver Roszak, Harry Werz, Felix Schwenzfeier und Dominik Krüger.

Jiu-Jitsu Budokai wird ab einem Alter von vier Jahren unterrichtet. Im Kindertraining liegt der Schwerpunkt auf altersgerechter Vermittlung von Selbstvertrauen, Disziplin und respektvollem Umgang. Eine Altersobergrenze gibt es nicht.

Das traditionelle japanische Jiu-Jitsu ist stärker formalisiert und folgt klassischen Kata-Strukturen. Jiu-Jitsu Budokai verfolgt einen praxisorientierten Ansatz mit Fokus auf realistische Anwendung, modernen Trainingsmethoden und Wettkampfsport. Die klassischen Prinzipien des Budō bleiben Leitbild.

Ja. Neben nationalen Meisterschaften werden eigene Fight Nights, Nachwuchsturniere und die Berliner Meisterschaften durchgeführt. Athleten aus dem Umfeld haben Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften im Vollkontaktkarate sowie im Mixed Martial Arts erzielt. Eine Wettkampfteilnahme ist nicht verpflichtend.

Im strukturierten Training nicht. Jiu-Jitsu Budokai folgt klaren Sicherheitsprinzipien: Aufwärmen, Partnerdrills mit kontrolliertem Tempo, altersgerechte Steigerung. Sparring findet ausschließlich in geschütztem Rahmen statt. Wie bei jedem körperlichen Sport gibt es ein Restrisiko, das durch Methodik und Trainerqualifikation gering gehalten wird.

Schlag- und Tritttechniken (aus Kickboxen und Kyokushin), Wurftechniken (aus Judo), Bodenkampf mit Hebel- und Würgetechniken, Selbstverteidigung gegen bewaffnete und unbewaffnete Angriffe (Goshin-Jitsu), Sparring nach Regelwerken aus Judo, Kyokushin Budokai, Kickboxen, K1, MMA und Jiu-Jitsu.

Jiu-Jitsu Budokai wird ausschließlich in den Studios von Randori-Pro unterrichtet. Standorte: sieben Studios in Berlin sowie ein Standort in Cape Coral, Florida (USA). Eine aktuelle Standortliste und Probetraining-Termine sind auf randori-pro.de zu finden.

08 — Quellen & Verweise

Weiterführende Informationen.

Die folgenden Quellen vertiefen einzelne Aspekte der Sportart und ihrer Verbandsstrukturen.

Enzyklopädie

Wikipedia-Artikel zu Jiu-Jitsu Budokai (in Vorbereitung). Sobald veröffentlicht, an dieser Stelle verlinkt.

Dachverband

Deutscher Jiu-Jitsu-Ring Erich Rahn e.V. (DJJR) — organisatorische Vertretung des Systems.

Wettkampfverband MMA

GeMMAF — German Mixed Martial Arts Federation. Lutz Heyden ist seit 2013 Headcoach der deutschen MMA-Nationalmannschaft.

Vollkontakt-Karate

International Federation of Karate (IFK) — Lutz Heyden war über mehrere Jahre als Nationaltrainer tätig.

Unterrichtet wird das System ausschließlich bei Randori-Pro.

Sieben Studios in Berlin sowie ein Standort in Cape Coral, Florida. Aktuelle Standortliste, Stundenpläne und Probetraining-Termine auf der Trägerseite.

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